Warum ist die Handelsbilanz relevant für das Traden?

Handelsbilanz Traden

Um diese Frage abschließend beantworten zu können, müssen die Händler zunächst einmal wissen, was eine Handelsbilanz überhaupt ist. Der Begriff Handelsbilanz stammt aus dem Englischen „Balance of Trade“ (BOT) und bezeichnet den Differenzbetrag zwischen den Exporten und den Importen eines Landes, die über einen bestimmten Zeitraum beobachtet werden. Überschreiten die Importe die Exporte, handelt es sich im Allgemeinen um eine negative Handelsbilanz, einem sogenannten Handelsbilanzdefizit. Ist es umgekehrt und der Export eines Landes überschreitet den Import, bezeichnet dies im Allgemeinen eine positive Handelsbilanz und es wird von einem Handelsbilanzüberschuss gesprochen.

Die Handelsbilanz gehört zur volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung, mit der der Unterschied zwischen den Ersparnissen und den Investitionen eines Landes oder eines Staates ermittelt wird. Die Handelsbilanz wird auch als „Commercial Balance“ sowie „Net Exports“ bezeichnet.

Der Einfluss der Handelsbilanz auf die Wirtschaft

Ein Handelsbilanzdefizit muss nicht unbedingt schlecht sein und ist von der jeweiligen Wirtschaftslage eines Landes abhängig. Kommt es zu einer Aufschwungphase können höhere Importe dafür sorgen, dass die Nachfrage nach bestimmten Waren und Dienstleistungen befriedigt werden. Außerdem wird auf diese Weise für einen stärkeren Preiswettbewerb gesorgt. Allerdings sind die meisten Länder während einer Rezession eher an erhöhte Exporten interessiert, denn hierdurch werden im Inland Arbeitsplätze geschaffen und die Kaufkraft erhöht. Dies wiederum sorgt dann für eine höhere Nachfrage nach den nationalen Waren und Dienstleistungen. Kommt es zu einer derartigen wirtschaftlichen Situation, wäre ein Handelsbilanzdefizit definitiv negativ für die gesamte Wirtschaft des in Frage stehenden Landes.

Im umgekehrten Fall muss ein Handelsbilanzüberschuss nicht zwingend positiv sein, sondern könnte im Gegenteil ein Indiz dafür sein, dass in einem Land die zur Verfügung stehenden Ressourcen nicht optimal eingesetzt und Geldmittel gehortet werden, die jedoch maßgeblich am Wohlstand eines Landes beteiligt sein könnten. Diesbezüglich sind häufig Schwellenländer betroffen, denen es schwer fällt, in wirtschaftlichen Krisen einen Handeslbilanzüberschuss zu wahren. Der Grund hierfür ist in den oft hohen Preisen für den Import von Fertigprodukten zu finden, wobei die exportierten Rohstoffe dieser Schwellenländer allerdings zu einem weit geringeren Preis verkauft werden müssen.

Die Änderung der Handelsbilanz

Ein wichtiger Punkt, den es bei einem Handelsdefizit oder einem Handelsüberschuss zu beachten gibt, sind die Zahlen. Haben sich diese Zahlen im letzten Bericht, der veröffentlicht wurde, verändert, haben sie auch einen Einfluss auf den Wert einer Währung. Wird das Handesldefizit von einem Land gesteigert, erhöht sich auch der Betrag der Währung der in eine andere Währung getauscht werden soll, um die Waren oder Dienstleistungen aus entsprechendem Land zu kaufen.

Hieraus ergibt sich, dass eine Erhöhung eines Handesldefitzits einen größeren Einfluss auf den Wert einer Währung hat, als der eigentliche Bericht über das Defizit allein. Handelt es sich bei einem Handelsüberschuss, tritt natürlich der umgekehrte Fall ein.

Der Einfluss der Politik auf eine Währung

Politik einfluss auf Währung

Aber auch die Regierungen und die Zentralbanken eines Landes können den Wert der Währung durch Geld- und Finanzpolitik entscheidend beeinflussen.

Der Wert einer Währung wird durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Aus diesem Grund wirkt sich die im Umlauf befindliche Geldmenge ebenfalls auf den Wert einer Währung aus. Bei der Geldmenge handelt es sich um den gesamten in der Wirtschaft zur Verfügung stehenden Geldbestand. Wenn die Geldmenge steigt, können mehr Investitionen und Ausgaben getätigt werden und die Wirtschaft wird angekurbelt. Verringert sich die Geldmenge, tritt die gegenteilige Wirkung ein.

Das Wachstum der Geldmenge muss stets kontrolliert werden. Bei einer zu großen Geldmenge besteht die Möglichkeit, dass die Inflationsrate derart ansteigt, dass der Wirtschaft geschadet wird. Ist die Geldmenge jedoch zu gering, kann das Wirtschaftswachstum stagnieren.

Risikohinweis: Forex, Aktienhandel und CFDs sind gehebelte Produkte. Sie sind mit einem hohen Risiko verbunden und sind daher nicht für jeden Anleger geeignet, da Ihr Kapital in gefahr sein könnte. Bitte vergewissern Sie sich, dass Sie alle Risiken verstehen.

zum Devisen Broker Vergleich >>